Ostfriesisches Klinik Journal

Für den Erhalt wohnortnaher Krankenhäuser

CDU-Abgeordneter erschrocken über Ablehnung des Bürgerbegehrens Zentralklinik

JWI G 5008Norden/Aurich (okj) – Der Nor­der Rats­vor­sit­zen­de Her­mann Rein­ders (CDU) hat sich in einer ges­tern ver­brei­te­ten Pres­se­mit­tei­lung klar für die Zulas­sung eines Bür­ger­be­geh­rens zum The­ma Zen­tral­kli­nik in Georgs­heil aus­ge­spro­chen. Rein­ders, der auch dem Kreis­tag und dem Kreis­aus­schuss ange­hört, hat­te dort am 17.3. für den­An­trag des Akti­ons­bünd­nis­ses Kli­ni­kerhalt gestimmt.

Er, Rein­ders, sei erschro­cken über die Ableh­nung gewe­sen. Anders als der Nor­der Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, hat­te der CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de in Kreis­tag, Hil­ko Ger­des (CDU) zusam­men mit der Mehr­heit des SPD-Stim­men im Kreis­aus­schuss gegen das Bür­ger­be­geh­ren gestimmt.

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Her­mann Rein­ders (CDU)

Als Poli­ti­ker kön­ne man die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, ins­be­son­de­re bei einer so umstrit­te­nen Fra­ge mit erheb­li­cher Trag­wei­te, nicht außen vor las­sen und ihnen das zuste­hen­de Mit­wir­kungs­recht aberken­nen, beton­te Rein­ders. Bereits 1969 habe der dama­lig­te SPD-Bun­des­vor­sit­zen­de Wil­li Brandt den Satz: „Wir müs­sen mehr Demo­kra­tie wagen“ geprägt. Die­se schon damals rich­ti­ge For­de­rung wer­de durch die jet­zi­ge Ent­schei­dung des Kreis­aus­schus­ses mit Füßen getre­ten.

Den Bürgern das Mitspracherecht nicht vorenthalten

Her­mann Rein­ders, der auch Ehren­vor­sit­zen­der der Kreis-CDU ist, beton­te aus­drück­lich, dass sein Ein­tre­ten für die Zuläs­sig­keit des bean­trag­ten Bür­ger­be­geh­rens unab­hän­gig davon sei, wie die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger letzt­lich über die Fra­ge ent­schei­den wür­den. Ihm gin­ge es aus­schließ­lich dar­um, ihnen in die­ser bri­san­ten Fra­ge ein ent­schei­den­des Mit­sprach­recht nicht vor­zu­ent­hal­ten.

Mit schar­fen Wor­ten mel­de­te sich auch der Orts­ver­band Die Lin­ke in Aurich zur Wort. Deren Spre­cher, der Auricher Abge­ord­ne­te Hen­drik Sie­bolds bezeich­ne­te den Ver­weis auf die Geset­zes­än­de­rung im Ver­fah­ren Bür­ger­be­geh­ren durch den nie­der­säch­si­schen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Wiard Sie­bels (SPD) als „durch­sich­tig­tes und tak­ti­sches Manö­ver. Sie­bels hat­te in den in Aurich erschei­nen­den Ost­frie­si­schen Nach­rich­ten (22.3.), dass Grü­ne und SPD im Land sich grund­sätz­lich dar­über einig sind, dass der soge­nann­te Kos­ten­de­ckungs­vor­schlag bei Bür­ger­be­geh­ren abge­schafft wer­den müs­se. Die Zustim­mung dazu gel­te im Land­tag gel­te als sicher.

Linke: SPD will Aktionsbündnis Wind aus den Segeln nehmen

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Hen­drik Sie­bolds (Die Lin­ke)

Als beken­nen­der Zen­tral­kli­nik-Befür­wor­ter wol­le Sie­bels damit dem Akti­ons­bünd­nis erneut den Wind aus den Segeln neh­men, die empör­te Bür­ger­schaft beschwich­ti­gen und den Scha­den für sei­ne Par­tei mit Blick die Kom­mu­nal­wahl begren­zen, heißt es in der am 23.3. ver­brei­te­ten Pres­se­mit­tei­lung des Auricher Orts­ver­ban­des. Auf die Aus­sa­gen kön­ne man nicht ver­trau­en, heißt es dar­in wei­ter.

Lee­re Ver­spre­chun­gen für mehr Demo­kra­tie und Bür­ger­be­tei­li­gung habe man nun schon genug gehört. Wenn es der SPD Ernst sei mit der Bür­ger­be­tei­li­gung, hät­te Sie­bels auf sei­ne Genos­sen ein­wir­ken wenigs­tens umge­hend einer Bür­ger­be­fra­gung zustim­men kön­nen.

Die Lin­ken im Kreis­tag hat­ten im ver­gan­ge­nen Jahr eine sol­che Bür­ger­be­fra­gung bean­tragt, die aller­dings mit der Mehr­heit von SPD und CDU abge­wie­sen wur­de.

Im Gegen­satz zu Bür­ger­be­geh­ren und Bür­ger­ent­scheid, hat eine Bür­ger­be­fra­gung kei­ne bin­den­de Wir­kung für den Kreis­tag.

Linke plädieren für den Gang vor das Gericht

JustiziaEine Ände­rung des Geset­zes über Bür­ger­be­geh­ren kommt nach Auf­fas­sung der Lin­ken zu spät. Dies ber­ge die Gefahr einer erneu­ten Ableh­nung, mit der Begrün­dung, dass das Pro­jekt schon zu weit gedie­hen sei. Die Lin­ke hal­te dar­an fest, im Akti­ons­bünd­nis gegen die Zen­tral­kli­nik nach anwalt­li­cher Bera­tung wahr­schein­lich den Kla­ge­weg zu beschrei­ten. Die Finan­zie­rung sei leicht sicher­zu­stel­len.

Im Wahl­kampf wer­de man auf jeden Fall wei­ter für den Erhalt der UEKs wer­ben und die Nach­tei­le einer Zen­tral­kli­nik auf­klä­ren. Dazu sei auch geplant alle Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, die für die Zen­tral­kli­nik und somit die Ver­nich­tung der wohn­ort­na­hen Kran­ken­häu­ser in Aurich, Nor­den und Emden sind, „zu „outen“, d.h. öffent­lich erkenn­bar zu machen. Da das Bür­ger­be­geh­ren blo­ckiert wer­de, , könn­ten die Bür­ger der­zeit nur noch bei der Kom­mu­nal­wahl ihre wohn­ort­na­hen Kran­ken­häu­ser ret­ten.


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