Ostfriesisches Klinik Journal

Für den Erhalt wohnortnaher Krankenhäuser

Landeshaushalt: Kein Geld für Projekt Zentralklinik ?

landtagHan­no­ver (okj) – Die nie­der­säch­si­sche Lan­des­re­gie­rung ver­folgt nach Wor­ten des CDU-Abge­ord­ne­ten im Land­tag, Dr. Max Mat­t­hie­sen, einen Kran­ken­haus­di­ri­gis­mus- und Zen­tra­lis­mus. Ziel sei vor allem, klei­ne­re Kran­ken­häu­ser zu schlie­ßen. Für die Mehr­heits­frak­tio­nen von SPD und Grü­ne sei­en Zen­tra­lis­mus und Grö­ße der Weg aus der Mise­re, sag­te Mat­t­hie­sen in einem Rede­bei­trag vor dem nie­der­säch­si­schen Land­tag am 10. März 2016.

Kran­ken­haus­bau­maß­nah­men hät­ten bei der Lan­des­re­gie­rung ”glas­klar Vor­rang vor Fus­si­ons- und Koope­ra­ti­ons­pro­jek­ten”. Dadurch gerie­ten leis­tungs­fä­hi­ge und qua­li­ta­tiv ein­wand­freie Kran­ken­häu­ser in Kon­flik­te mit den Vor­stel­lun­gen der Bevöl­ke­rung von bür­ger­na­hen und huma­nen Kran­ken­häu­sern.

So habe die rot-grü­ne Regi­ons­mehr­heit bei­spiels­wei­se das Kran­ken­haus in Sprin­ge schlie­ßen wol­len, obwohl es gut ange­nom­men wor­den war und wirt­schaft­lich hät­te geführt wer­den kön­nen. Quit­tung für die SPD bei der Bür­ger­meis­ter­wahl: ihr Kan­di­dat erhielt gera­de ein­mal 17 Pro­zent der Stim­men.

Für teure Neubauten hat das Land eigentlich kein Geld

Die Lis­te der ent­schei­dungs­rei­fen Kran­ken­haus­bau- bzw. Struk­tur­maß­nah­men habe der­zeit einen Umfang von 1,7 Mil­li­ar­den Euro. Davon sei­en knapp 1,4 Mil­li­ar­den Euro nicht im Lan­des­haus­halt finan­ziert, beton­te Mat­t­hie­sen. Die Lis­te sei zudem nicht voll­stän­dig und bil­de auch greif­ba­re matthkurz­fris­ti­ge Bedar­fe nicht ab. Dazu gehö­re bei­spiels­wei­se der 2. Bau­ab­schnitt des Kran­ken­hau­ses Witt­mund mit neu­en Pfle­ge­sta­tio­nen, die geplan­ten Bau­maß­nah­men bei der Aller-Weser-Kli­nik Ver­den, beim Hei­de­kreis-Kli­ni­kum oder den voll durch­ge­plan­ten Ersatz­neu­bau des St. Eli­sa­beth-Kran­ken­hau­ses Salz­git­ter-Bad.

Im ver­gan­ge­nen Jahr sei kei­ne ein­zi­ge neue Kran­ken­haus­bau­maß­nah­me ins Kran­ken­haus­in­ves­ti­ti­ons­pro­gramm 2015 auf­ge­nom­men wor­den. Die Kran­ken­kas­sen kri­ti­sier­ten mitt­ler­wei­le zu Recht, dass Kran­ken­haus­trä­ger die Betriebs­mit­tel der Kran­ken­kas­sen für die Finan­zie­rung von Inves­ti­tio­nen Zweck ent­frem­den. Die­ses Geld fehlt dann für Ärz­te und drin­gend benö­tig­tes Pfle­ge­per­so­nal, wofür es gedacht ist. Gleich­zei­tig habe das Kran­ken­haus­struk­tur­ge­setz die Finanz­la­ge der Kli­ni­ken bei den Betriebs­kos­ten struk­tu­rell nicht ver­bes­sert. So bleibt es dabei, dass nach wie vor etwa die Hälf­te der nie­der­säch­si­schen Kran­ken­häu­ser rote Zah­len schreibt und in ihrer Exis­tenz gefähr­det ist.

Für Krankenhausschließung werden Politiker abgewählt

abwahlGegen den Wider­stand der CDU auf Lan­des­ebe­ne hat­ten SPD und Grü­ne in der Regi­on Han­no­ver mit der von ihnen beschlos­se­nen Medi­zin­stra­te­gie 2020 in Ver­bin­dung mit einem Neu­bau auf der Grü­nen Wie­se auch die Schlie­ßung der Kran­ken­häu­ser in Groß­burg­we­del und Lehr­te ange­peilt und im Rah­men der 1,7 Mil­li­ar­den-Lis­te einen För­der­be­darf von 200 Mil­lio­nen Euro ansetzt.

Kurz vor der Kom­mu­nal­wahl hät­ten SPD und Grü­ne die­ses Kon­zept auf­ge­ge­ben und mit der CDU sogar den Aus­bau der Kran­ken­häu­ser Groß­burg­we­del und Lehr­te beschlos­sen.

Widerstand gegen Zentralklinik in Ostfriesland symbolträchtig

JWI G 2384Beson­ders sym­bol­träch­tig sei das von den Mehr­heits­frak­tio­nen im Land­tag und in der Lan­des­re­gie­rung befür­wor­te­te geplan­te Groß­kli­ni­kum Georgs­heil in Ost­fries­land mit über 800 Plan­bet­ten und einem För­der­vo­lu­men von 250 Mil­lio­nen Euro – laut 1,7 Mil­li­ar­den-Euro-Lis­te-För­der­lis­te. Es soll an die Stel­le der vor­han­de­nen Kran­ken­häu­sern in Aurich, Nor­den und Emden tre­ten. Dafür bestehe kei­ne Not­wen­dig­keit, wie nicht zuletzt das 2-Mil­lio­nen-Euro teu­re Gut­ach­ten der Fir­ma Bre­de­horst für die Kli­ni­ken in Aurich und Nor­den gezeigt hat.

Falls die dort beschrie­be­nen Maß­nah­men auch der Koope­ra­ti­on und Spe­zia­li­sie­rung umge­setzt wür­den, könn­ten die Häu­ser ohne Defi­zi­te geführt wer­den. Bür­ger­initia­ti­ven aus Aurich, Nor­den und Emden machen mas­siv gegen das neue Groß­kli­ni­kum Georgs­heil Front und enga­gie­ren sich für ihre Kran­ken­häu­ser.

Mit Steuermitteln am Finanzmarkt spekulieren – Kreditbedarf soll gehebelt werden

WieseUnab­hän­gig von die­sem Kran­ken­haus­zen­tra­lis­mus, ver­lan­ge der gewal­ti­ge Inves­ti­ti­ons­be­darf für unse­re nie­der­säch­si­schen Kran­ken­häu­ser unstrei­tig Lösun­gen. In ihrer Not klam­me­re sich die Lan­des­re­gie­rung nun an den Kran­ken­haus­struk­tur­fonds und will die ein­ma­lig zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel in Höhe von 94 Mil­lio­nen Euro „hebeln“ und damit ein Kre­dit­vo­lu­men von ein­zel­nen Kran­ken­häu­sern von wie es heißt 300 Mil­lio­nen Euro bedie­nen.

Das klin­ge auf dem ers­ten Blick ganz toll – ähn­lich wie das 400-Mil­lio­nen-Euro-Dar­lehns­pro­gramm der N-Bank im sozia­len Woh­nungs­bau, erklär­te Mat­t­hie­sen. Der Hebel-Trick löse die Inves­ti­ti­ons­mi­se­re jedoch nicht.

Niedersachsen hat keine haushaltsmäßige Deckung für Zentralklinik Georgsheil

tresorDas Land habe kei­ne haus­halts­mä­ßi­ge Vor­sor­ge getrof­fen, um Zin­sen, Til­gung und Ver­wal­tungs­kos­ten der von den ein­zel­nen Kran­ken­haus­trä­gern auf­ge­nom­me­nen Kre­di­te in Höhe von 300 Mil­lio­nen Euro voll zu finan­zie­ren.

Es geht mit Blick auf die Ver­wal­tungs- und Zins­kos­ten wohl um Gesamt­auf­wen­dun­gen von rund 390 Mil­lio­nen Euro, die mit den 94 Mil­lio­nen Euro Struk­tur­fonds­mit­teln abso­lut unzu­rei­chend abge­deckt sind.

Der Ernst der Lage zeigt sich dar­an, dass die besag­te 1,7 Mil­li­ar­den Inves­ti­ti­ons­lis­te zahl­rei­che wei­te­re Kran­ken­haus­bau­maß­nah­men ent­hält, für die weit­ge­hend kei­ne haus­halts­mä­ßi­ge Deckung besteht und dabei auch noch unvoll­stän­dig ist.


Nie­der­sach­sen muss jetzt in sei­ne Kran­ken­häu­ser inves­tie­ren!
Antrag der Frak­ti­on der CDU Drs. 17/5274
Ple­nar­bei­trag von Max Mat­t­hie­sen am 10.03.2016 im Wort­laut


 

 

 

 

 

 

 

 

 

hät­ten Zen­tra­lis­mus und Grö­ße

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