Ostfriesisches Klinik Journal

Für den Erhalt wohnortnaher Krankenhäuser

Sozialministerin Rundt am Donnerstag in Aurich

JWI N 0012Aurich (okj/oz/ndr) – Nie­der­sach­sens Sozi­al­mi­nis­te­rin Cor­ne­lia Rundt (SPD) wird am mor­gi­gen Don­ners­tag (11.8.) im Auricher Euro­pa­haus auf Ein­la­dung des SPD-Stadt­ver­ban­des über sozia­len Woh­nungs­bau spre­chen. Anlass des Besu­ches ist die Ver­ab­schie­dung des SPD-Wahl­pro­gramms auf dem klei­nen Par­tei­tag. Die­ser beginnt offi­zi­ell um 18 Uhr und ist öffent­lich.

Im April ver­gan­ge­nen Jah­res hat­te das Akti­ons­bünd­nis Kli­ni­kerhalt bei der Minis­te­rin rund 22.000 Unter­schrif­ten für den Erhalt der Kran­ken­häu­ser in Emden, Aurich und Nor­den über­ge­ben. Wie die Minis­te­rin damals erklär­te, spie­le bei der Bewil­li­gung von För­der­gel­dern neben wirt­schaft­li­chen Über­le­gun­gen auch die gesell­schaft­li­che Akzep­tanz eine Rol­le.

Bürgerbeteiligung offensichtlich nicht erwünscht

Die Frak­ti­on der Lin­ken im Kreis­tag, wie auch im Rat der Stadt Emden hat­te unter ande­rem auch des­halb eine Bür­ger­be­fra­gung bean­tragt. Mit den Mehr­hei­ten von SPD und CDU wur­de der Antrag abge­wie­sen. Glei­ches galt auch für einen Antrag auf Bür­ger­be­geh­ren, den das Akti­ons­bünd­nis mit dem Ziel stell­te, einen Bür­ger­ent­scheid her­bei­zu­füh­ren.

Mahnwache Zeven

500 Bür­ger in Zeven demons­trier­ten für ihr Mar­tin Luther Kran­ken­haus

Auf Anra­ten von Land­rat Harm-Uwe Weber lehn­te der Kreis­aus­schuss in gehei­mer Sit­zung auch die­sen Antrag aus for­ma­len Grün­den ab. Als weni­ge Stun­den nach der Sit­zung bekannt wur­de, wel­che Kreis­tags­ab­ge­ord­ne­ten gegen die Bür­ger­be­tei­li­gung gestimmt hat­ten (okj berich­te­te), ver­an­lass­te Land­rat Weber eine Selbstrü­ge des Kreis­ta­ges, wegen Ver­rats von Amts­ge­heim­nis­sen.

Wie der Nord­deut­sche Rund­funk (NDR) berich­tet, hat unter­des­sen die Lan­des­ver­tre­tung der Ersatz­kas­sen gefor­dert, die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung klei­ner Kran­ken­häu­ser zu strei­chen und die­se so zur Schlie­ßung zu zwin­gen. Betrof­fen sei­en auch die Kran­ken­häu­ser in Zeven und Bre­mer­vör­de im Land­kreis Roten­burg (Wüm­me). Die Ersatz­kas­sen hal­ten 30 der 180 nie­der­säch­si­schen Kran­ken­häu­ser wegen nied­ri­ger Pati­en­ten­zah­len für ent­behr­lich.

Krankenkassen fordern Schließung kleiner Landkrankenhäuser

JWI G 1069

Unter­schrif­ten­über­ga­be Akti­ons­bünd­nis Kli­ni­kerhalt im April ver­gan­ge­nen Jah­res bei Sozi­al­mi­nis­te­rin Rundt.

Wie NDR wei­ter berich­tet, for­dern die Kas­sen, statt der finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung für alle, sol­le das Land sei­ne För­de­rung für die ver­blei­ben­den Kran­ken­häu­ser auf­sto­cke.

Nie­der­sach­sens Sozi­al­mi­nis­te­rin Cor­ne­lia Rundt (SPD) hal­te jedoch wenig davon, „nach dem Rasen­mä­her­prin­zip gegen klei­ne Kli­ni­ken vor­zu­ge­hen”.

Die Kran­ken­häu­ser in Zeven und Bre­mer­vör­de gehö­ren seit Janu­ar zum Elbe-Kli­ni­kum Sta­de. Deren Ver­wal­tungs­chef Sieg­fried Ristau hal­te Wirt­schaft­lich­keit allein für einen fal­schen Maß­stab. Es gehe um eine wohn­ort­na­he Kran­ken­haus­ver­sor­gung.

Ministerin legt sich nicht fest

Bei einem Besuch des Witt­mun­der Kran­ken­hau­ses hat­te sich die Minis­te­rin eben­falls für klei­ne bür­ger- und wohn­ort­na­he Land­kran­ken­häu­ser aus­ge­spro­chen und das Witt­mun­der Kran­ken­haus als ein gutes Vor­bild bezeich­net. Den­noch unter­stützt das Sozi­al­mi­nis­te­ri­um die Pla­nun­gen für eine Zen­tral­kli­nik in Georgs­heil, beton­te aller­dings, das über kon­kre­te För­der­sum­men frü­hes­tens 2018 von den zustän­di­gen Gre­mi­en ent­schie­den wer­den kön­ne. Der Vor­ha­ben­trä­ger müs­se zunächst kon­kre­te Unter­la­gen zu die­sem Pro­jekt vor­le­gen.

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