Ostfriesisches Klinik Journal

Für den Erhalt wohnortnaher Krankenhäuser

Aktionsbündnis bereitet Bürgerbegehren vor

buergerbeteiligungNorden/Aurich/Emden (okj) – Nach der par­la­men­ta­ri­schen Som­mer­pau­se wird das Akti­ons­bünd­nis für den Erhalt wohn­ort­na­her Kran­ken­häu­ser ein Bür­ger­be­geh­ren auf den Weg brin­gen. Das haben die Akti­vis­ten des Bünd­nis­ses am Mitt­woch (15.7.) wäh­rend einer Bespre­chung in Aurich beschlos­sen. Das nach der nie­der­säch­si­schen Kom­mu­nal­ver­fas­sung mög­li­che Bür­ger­vo­tum wer­de der­zeit von einem Fach­an­walt vor­be­rei­tet. Ein sol­ches Bür­ger­be­geh­ren unter­lie­ge stren­gen for­mel­len Anfor­de­rung, die auch recht­lich ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen, beton­te Hol­ger Rohl­fing. Zehn Pro­zent der Wahl­be­rech­tig­ten müs­sen für ein Bür­ger­be­geh­ren unter­schrei­ben, damit der Bür­ger­ent­scheid fol­gen kann. Der Kreis Aurich hat rund 155  000 Wahl­be­rech­tig­te. Es müss­ten also knapp 15  500 Men­schen unter­schrei­ben.

Reklame statt Diskussion

”Wir hat­ten dar­auf gesetzt, dass weit über 21.000 Unter­schrif­ten der Bür­ger für den Erhalt der wohn­ort­na­hen Gesund­heits­vor­sor­ge dazu bei­trägt, dass die hie­si­ge Poli­tik die Sor­gen der Bür­ger auf­grei­fe”, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung des Akti­ons­bünd­nis­ses. Statt des­sen erle­be man eine ver­stärk­te „Rekla­me­wel­le“ für das Pro­jekt. Typisch dafür sei­en die jüngs­ten Äuße­run­gen des SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Jochen Beek­huis. Ein Bür­ger­be­geh­ren, so Beek­huis, wer­de die Schlie­ßung der Kran­ken­häu­ser nicht ver­hin­dern kön­nen, da die­se nicht wirt­schaft­lich betrie­ben wer­den könn­ten.

JWI G 2374

Bür­ger­be­geh­ren im Land­kreis Aurich und der Stadt Emden. Aus recht­li­chen Grün­den zwei Ver­fah­ren. Im Bild v.l. Hol­ger Rohl­fing (AUR) Alfred Schmidt (EMD)

Nach Auf­fas­sung des Akti­ons­bünd­nis­ses sei in ers­ter Linie das UEK-Manage­ment und die Poli­tik im Land­kreis für die wirt­schaft­lich schwie­ri­ge Lage des UEK-Ver­bun­des Aurich/Norden ver­ant­wort­lich. Ein vom Kreis­tag 2013 beschlos­se­ner Ret­tungs­plan, das soge­nann­te Bre­de­horst-Gut­ach­ten, sei nicht umge­setzt wor­den. Danach hät­ten die Defi­zi­te erheb­lich redu­ziert wer­den kön­nen. Dem­ge­gen­über kön­ne man im Land­kreis Leer, aber auch in Witt­mund beob­ach­ten, dass es sehr wohl mög­lich ist, wohn­ort­na­he Kran­ken­häu­ser zu betrei­ben.

Wir gehen davon aus, dass wir das Bür­ger­be­geh­ren Mit­te Sep­tem­ber star­ten kön­nen, erklär­te Rohl­fing. Aus recht­li­chen Grün­den wer­de es jedoch zwei getrenn­te Ver­fah­ren geben. Eines im Land­kreis Aurich und eines für die Stadt Emden. Bis dahin will das Akti­ons­bünd­nis wei­te­re Mit­strei­ter gewin­nen, die – nach einer Schu­lung – mit­hel­fen, die erfor­der­li­che Anzahl Unter­schrif­ten von Bür­gern zu sam­meln, so dass Kreis­tag und Rat der Stadt Emden sich die­sem Votum der Bür­ger nicht wei­ter ent­zie­hen kön­nen.

Grüne: Großprojekte müssen gesellschaft akzeptiert sein

Beate

Bea­te Jero­min-Olde­wur­tel

Wie der in Nor­den erschei­nen­de ”Ost­frie­si­scher Kurier” in der Aus­ga­be vom Frei­tag (17.7.) berich­tet, hat der Kreis­vor­stand von Bünd­nis 90/Die Grü­nen im Land­kreis Aurich beschlos­sen, die Ein­lei­tung eines Bür­ger­be­geh­rens zu unter­stütz­ten. Er begrüßt aus­drück­lich die ent­spre­chen­den Bestre­bun­gen aus der Bevöl­ke­rung und schließt sich die­sen an. ”20.000 Unter­schrif­ten zum The­ma Zen­tral­kli­nik sind eine Aus­sa­ge – sind eine Form der bür­ger­schaft­li­chen Betei­li­gung, die in einem Land­kreis gehört wer­den muss,” sag­te Petra Wir­sik, Mit­glied im Kreis­vor­stand, dem Kurier.

”Bei der letz­ten Kom­mu­nal­wahl, also dem letz­ten Zeit­punkt unmit­tel­ba­rer Bür­ger­be­tei­li­gung, war die Zen­tral­kli­nik kein The­ma. Nun soll der größ­te finan­zi­el­le und infra­struk­tu­rel­le Beschluss des Kreis­ta­ges für lan­ge Zeit getrof­fen wer­den, bevor wie­der die Bür­ger­be­fra­gung in Form der nächs­ten Kom­mu­nal­wahl erfolgt”, füg­te Vor­stands­mit­glied Joa­chim Kah an. Groß­pro­jek­te wie die Zen­tral­kli­nik ”müs­sen gesell­schaft­lich dis­ku­tiert und akzep­tiert sein”, erklär­te die Vor­sit­zen­de des Kreis­vor­stan­des Bea­te Jero­min-Olde­wur­tel gegen­über den Ost­frie­si­schen-Nach­rich­ten.


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